Zum Gränne

Nein, die Rede ist nicht von der erneuten Zwangsschliessung von Restaurants oder der willkürlichen Schliessung von Tankstellenshops ab 19 Uhr und sonntags wegen möglichen Corona-Ansteckungen. Die Rede ist vom Ausgang der Berner Gemeinde- und Stadtratswahlen. In Bern tut sich wieder etwas. Aus bürgerlicher Sicht leider wiederum nichts Erfreuliches und dabei hatte ich bereits ein Hurra-Editorial entworfen. Diese ist unterdessen als Datei im Computer gelöscht und der Papierausdruck ist im Kehrichtkübel gelandet. Die rot-grüne Regierungsmehrheit hat sich nicht verkleinert, sondern sie wurde im Parlament sogar noch gestärkt. Bern wurde nicht nur linker, sondern auch feministischer. Über 70 % aller Sitze gingen an vorwiegend linke Frauen, zum grossen Jubel der ebenfalls meist links stehenden Medien. Aus Schaden wird man bekanntlich klug – aber alles Gränne bzw. Weinen nützt nichts, eine Korrektur kann frühestens wieder in vier Jahren erfolgen. Dannzumal werden aber die jetzt neu gewählten Damen als «Bisherige» antreten und damit einen weiteren Zusatzbonus haben.

Tatsache ist für uns Bürgerliche, wir müssen wieder näher an den normalen Wähler, an den Bauern auf dem Feld, den Büetzer in der Fabrik oder die Hausfrau beim Einkauf zugehen und deren Anliegen und Ängste ernst nehmen. Wir müssen uns vor allem auch um Alleinerziehende Frauen und Haushalte mit Mehrfachbelastungen kümmern. Kitas und Tagesschulen sind nicht nur linke Sorgen. Wenn wir weiter einen Kuschelkurs fahren, werden noch mehr Leute bei den Wahlen zuhause bleiben. Wenn wir nicht bereit sind, uns mit Arbeit und Aufwand zu engagieren, dann können wir auch gleich einen roten und grünen Socken anziehen und uns am runden Tisch mit den politischen Gegnern beim Kräutertee treffen oder am Abend eines kiffen.

Es kann doch nicht sein, dass nur noch ein illegales Camp den Bundesplatz füllt. Würden es die bürgerlichen Berner Parteien überhaupt noch schaffen, den Bundesplatz mit einem politischen Anlass zu füllen – ich wage es zu bezweifeln. Der schwarze Block hingegen mobilisiert problemlos mehrere Hundert engagierte, von ihren eigenen Ideen überzeugte junge Leute für einen Saubannerzug durch Bern, der Zerstörung, Sprayereien, Chaos und ein mulmiges Gefühl zurücklässt. Etwas stimmt nicht mehr – es geht vielen von uns schlicht und einfach zu gut und die Corona-Vorschriften führen zu mehr Vereinsamung und zu Verzweiflung wegen Angst um Arbeitsplatz und um die eigene Gesundheit.

Man muss es nicht so extrem beurteilen, wie ein ehemaliger Magistrat der Genossen-Partei SP, der sagte. «Der notorische Raser, der innerorts mit übersetztem Tempo erwischt wird, soll mit ansehen müssen, wie sein geliebtes Auto abgeschleppt und verschrottet wird». Nun, wenn wir diesem Gedankenansatz folgen, so würde dies heissen, wenn linke Chaoten in Bern das nächste Mal wüten, Polizisten verletzen, Scheiben einschlagen, Autos demolieren und sich dann in die Reitschule zurückziehen, dann muss die Strafe für diese Exzesse unmittelbar erfolgen: «Der notorische linke Chaot und Gewalttäter soll mit ansehen, wie seine geliebte Reithalle gesprengt und mit einer Truppenübung der Panzertruppen bis auf die Grundmauern platt wird.» Oder darf man das im neuen Jahr nicht miteinander vergleichen?

Wie dem auch sei, ich wünsche allen Leserinnen und Leser vor allem gute Gesundheit, positive Gedanken, viel Geduld, wenig Ärger und keinen Stress.

PS: Thomas Fuchs wurde in der rot-grün dominierten Stadt Bern mit dem besten Resultat auf der SVP-Liste gewählt, den Einzug in die Regierung haben die Bürgerlichen von FDP und SVP mit der gemeinsamen Liste «Bürgerliches Bündnis» völlig unerwartet leider verpasst.

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