Stadtnomaden ziehen bald 
ins Saali-Quartier

Die Stadt Bern entgeht einer Anzeige, obwohl sie die Stadtnomaden zu lange auf demselben Areal wohnen liess. Derweil steht ein neuer Standort im Saali fest.

Solange die Stadtnomaden die Wohnzone in Riedbach noch nicht beziehen können, gilt das Rotationsprinzip. Die Mitglieder des Vereins Alternative müssen dreimonatlich den Standort wechseln, weil sie für ihre Wohnwagen sonst eine Baubewilligung benötigten. Seit August wohnen sie auf dem Gaswerkareal. Nun steht fest, dass sie daraufhin an einen bisher nicht bekannten Standort ziehen sollen: ins Saali-Quartier.

Dies geht aus einem Brief des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland an drei SVP-Vertreter hervor, der dem «Bund» vorliegt. Diese hatten wegen Widerhandlung gegen das Baugesetz Anzeigen eingereicht.

Bei der Parzelle handelt es sich um ein Grundstück an der Jupiterstrasse, das der Burgergemeinde gehört. Dort gastierte jeweils der Zirkus Nock. «Es war die einzig verfügbare Fläche, nachdem das Schermenareal wegen Bauprojekten nun auch nicht mehr zur Verfügung steht», sagt Stefanie Gerber, Mediensprecherin der Burgergemeinde. Man habe die Verantwortlichen des angrenzenden Alters- und Pflegeheims Tilia darüber informiert. Voraussichtlich sollen die Stadtnomaden vom 1. November bis am 31. Januar 2015 dorthin ziehen.

Kein Strafverfahren gegen Stadt
Weil diese im vergangenen Jahr länger als drei Monate auf dem Schermenareal gehaust hatten und im Februar dieses Jahres vom Viererfeld verzögert in die Neubrück zogen, hatten die Berner SVP-Stadträte Rudolf Friedli und Alexander Feuz Anzeigen eingereicht, ebenso SVP-Grossrat Thomas Fuchs im Namen des Bundes der Steuerzahler des Kantons Bern.

Regierungsstatthalter Christoph Lerch hält nun in seiner Antwort fest, die Stadt müsse nicht mit einem Strafverfahren rechnen. Zwar sei mindestens zweimal ein offenkundiger Verstoss gegen die 3-Monats-Bestimmung festgestellt worden. Für das «baupolizeiliche Untätigsein» lägen aber objektive Gründe vor. Im Sommer 2013, als die Stadtnomaden auf ein Areal bei der Siedlung Eymatt ziehen sollten, wehrten sich die Anwohner dagegen, weshalb die Stadt auf die Umsiedlung verzichtete.

Der Umzug im Februar 2014 habe sich verzögert, weil der Boden in der Neubrück zu durchnässt war. Lerch schreibt, er könne diese Argumentation nachvollziehen. Fuchs hält diese für «billig». «Die Stadtnomaden geniessen eine Spezialbehandlung, weil man sich mit ihnen nicht anlegen will.» Immerhin, ist er überzeugt, werde man in Zukunft genauer hinschauen.

Quelle: Janina Gehrig, Der Bund

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