Laetitia Guarino wird Prinzessin

An der Miss-Schweiz-Wahl am Samstag auf dem Bundesplatz war nicht nur mehr Schönheit gefragt. Die Gewinnerin Laetitia Guarino trägt eine «Krone mit Herz».

eit Tagen ist es der Hingucker der Stadt: Der riesige Swiss Dome, fast so hoch wie das Bundeshaus, so lang und breit wie der ganze Bundesplatz. Während einer Woche waren dutzende Arbeiter mit dem Aufbau des gigantischen Zeltes beschäftigt. Lastwagen aus Polen, Frankreich, Portugal und Belgien lieferten Tonnen Spezial-Material an den Ort des Geschehens. Kein Aufwand wurde für die neu lancierte Miss-Schweiz-Wahl gescheut. Am Samstag ist die Megaparty auf dem Bundesplatz nun gestiegen.

Die Wahl der schönsten Schweizerin wurde dieses Jahr zur Charity-Gala umgemodelt. Nicht nur mehr Schönheit zählte, sondern auch der Wille, Gutes auf der Welt zu tun. 900 Promis und Gäste waren eingeladen, mit den zwölf Finalistinnen, Champagner und einem Dinner die Welt zu verbessern. Die Berner-Prominenz gab sich denn auch Klinke in die Hand: Reto Nause, Hanspeter Latour, Franziska Teuscher, Hans Grunder, Thomas Fuchs oder Erich Hess, um nur wenige zu nennen, waren anwesend. Auch zahlreiche Zaungäste liessen sich das Spektakel nicht entgehen und bejubelten die ankommenden Stars auf dem roten Teppich. Einen kleinen inszenierten Scherz erlaubte sich Stapi Alexander Tschäppät, der in einer Rikscha auf dem roten Teppich vorfuhr und sich nicht mit dem obligaten BMW-Shutteldienst chauffieren liess.

Unterwäsche-Lauf für Bondgirl
Nach einem zweistündigen Dinner ging die Wohltätigkeits-Show live auf dem Privatsender Sat1 auf Sendung. Die zwölf Finalistinnen liefen in Abendkleidern des Hauptsponsors und Modehauses Schild ein, welches nicht unbedingt für Wohltätigkeiten in den Produktionsländern bekannt ist. Die NGO «Die Erklärung von Bern» etwa kritisiert das Label seit mehreren Jahren, weil sie sich «kaum für die Bezahlung eines Existenzlohns einsetzten.»

Wer nie fehlen darf, wenn der Gala de Berne-Organisator Claudio Righetti zum Stelldichein lädt: Das 78-jährige Ex-Bondgirl aus Ostermundigen, Ursula Andres. Die zwölf Finalistinnen liessen sich denn auch «etwas ganz Spezielles zu Ehren von Andres einfallen». Mit einer Tanzeinlage in Unterwäsche gab es eine «Homage» an Ursi National.

Während im Dome eine Schönheit nach der anderen mit viel Emotionen aus dem Rennen um die «Krone mit Herz» fiel, musste draussen die Polizei die hochkommenden Emotionen im Zaun halten. Reitschüler kreuzten mit Transparenten und lautstarken Parolen auf. Sie kritisierten «die Kommerzialisierung von Frauenkörpern». Ein grosses Polizeiaufgebot sorgte aber rasch für Ordnung und die Fehlbaren wurden mit Handschellen in Kastenwagen auf den Polizeiposten abtransportiert. Die Verhafteten wurden gegen Mitternacht wieder auf freien Fuss gesetzt.

Bernerin im Finale
Eine Stunde vor Mitternacht stieg die Spannung auch beim Publikum im Swiss Dome. Noch drei Finalistinnen waren im Rennen geblieben. Es setzte sich schliesslich die Waadtländerin Laetitia Guarino gegen die Bernerin Michèle Stofer und die Solothurnerin Saranda Maliqi durch.

Freuen dürfte sich neben der Gewinnerin Letitia Guarino auch der Star-Chirurge Thierry Carrel. Seiner Hilfsorganisation Corelina werden vom Veranstalter 250‘000 Franken überwiesen. Die zusätzlichen Einnahmen von Guarino während ihrem Amtsjahr als «Princess of Switzerland» gehen ebenfalls an Corelina. Die amtierende Miss Schweiz erhält einen 1er-BMW sowie einen festen Jahreslohn – dem Vernehmen nach 120‘000 Franken.

Um dem «Charity» an der Gala gerecht zu werden, wurde gegen Ende der Sendung ein Filmbeitrag über das kriegsversehrte Kambodscha und der mittellosen Bevölkerung im südostasiatischen Staat gezeigt. Danach war im 5-Sterne-Hotel «Schweizerhof» alles bereit für die grosse After-Show-Party.

Quelle: Michael Scheurer, Der Bund

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