Die Stadtnomaden ziehen ins Saali

Die Stadtnomaden haben mit dem Umzug vom Marzili ins Saali begonnen. Der Termin, wann der letzte Standort aufgeräumt sein soll, steht noch aus.

Ein paar Wagen stehen schon auf der Wiese, aus einem Kamin steigt Rauch auf. Im Hintergrund stehen unübersehbar die Hochhäuser der Siedlung Wittigkofen. Die ersten Stadtnomaden sind auf dem Landstück Saali in Berns Osten angekommen. Drei Monate dürfen sie das Gebiet am Stadtrand, welches der Burgergemeinde gehört, benutzen.

Bereits am 24. Oktober hat die Burgergemeinde den Platz an die Stadtnomanden übergeben. Die Wiese konnte jedoch erst ab dem 1. November definitiv bezogen werden, teilt Dagmar Boss von Immobilien Stadt Bern mit.

Demzufolge hätten die Stadtnomanden mit dem Wegzug vom Areal im alten Gaswerk im Marzili erst vergangenes Wochenende beginnen können. Für die Rücknahme des Platzes im Marzili will Immobilien Stadt Bern noch diese Woche einen Termin mit Daniel Kettiger, dem Anwalt der Stadtnomanden, vereinbaren.

Am Samstag sei damit begonnen worden, die ersten Sachen zu zügeln, sagt dieser. Jetzt müsse man schauen, wie es vorangehe. Wegen Nässe könnte sich der Umzug aber verzögern. Eine solche «Züglete» gleiche einer Art rollenden Planung.

Zum Beispiel könnten die ganz schweren Wagen nicht mit den eigenen Traktoren transportiert werden, sagt der Anwalt der Stadtnomaden. Für diese Wagen müsse eigens ein Traktor gemietet werden. Dies sei meist aber nur am Wochenende möglich, wenn die Landwirte die Fahrzeuge selber nicht brauchen.

Auch andere äussere Einflüsse können laut Kettiger zu einer Verzögerung führen. Beispielsweise sei es schon vorgekommen, dass die Polizei genau dann eine Strassenverkehrskontrolle gemacht habe, als die Stadtnomaden umgezogen seien. Mit jedem einzelnen Wagen habe man damals zur Kontrolle ins Strassenverkehrsamt fahren müssen.

Die SVP wartet ab
Gegen die provisorische Bleibe der Stadtnomaden im Saali wehrten sich die SVP und der Bund der Steuerzahler mit Flugblättern. Den Umzug verhindern konnten sie indes nicht. Man wolle jetzt schauen, wie sich die Stadtnomaden verhalten würden, sagt SVP-Grossrat Thomas Fuchs.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Stadtnomaden befindet sich das Alters- und Pflegeheim der Stiftung Tilia. Solange die Rahmenbedingungen wie nächtliche Ruhezeiten oder Abfall eingehalten würden, habe man mit den neuen Nachbarn kein Problem, sagte deren Direktionspräsident kürzlich gegenüber dieser Zeitung.

Quelle: Tobias Marti, Berner Zeitung

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