Ein Polizeifreund eckt an

Die jungen Grünen können nicht mit Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP). Es sei eine Verschwendung, mit ihm einen linken Sitz im Regierungsrat zu besetzen. Statt Polizeifreund Fehr könne man geradeso gut einen Bürgerlichen wählen, finden sie und verweigern ihm die Unterstützung im Wahlkampf. In der SP-Fraktion hat diese Kampfansage keine Panik ausgelöst. «Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter», sagte Stefan Feldmann. Parteipräsident Daniel  Frei meinte lakonisch: «Wenn sie bei ihrem eigenen Kandidaten, Martin Graf, den gleichen Massstab anlegen würden, dürften sie diesen auch nicht unterstützen.» Graf setzte bei Jugendstraftäter Carlos auf Repression und liess ihn gegen den Willen der Jugendanwaltschaft einbuchten.

SP-Fraktionschef Markus Späth sieht nur einen begrenzten Schaden. Fehr bleibe ein aufrechter Sozialdemokrat. Und was meint der Kritisierte selber? «Es stimmt, ich bin ein Polizeifreund»,  sagte Fehr. «Das Nein der jungen Grünen ist für mich ein Kompliment.» Bei den alten Grünen geniesst Fehr mehr Kredit. Sie unterstützen seine Kandidatur. Aber auch bei ihnen gibt es Vorbehalte. So hat Fehr an der Delegiertenversammlung der Grünen aus fadenscheinigen Gründen gefehlt. Die grüne Fraktionschefin Esther Guyer hat sich bis heute nicht durchringen können, sich in Mario Fehrs Wahlkomitee einzutragen: «In Grundrechtsfragen ist er meilenweit von uns ist Guyer längst angemeldet. Im Komitee von Mario Fehr ist dafür Guyers Stellvertreter Ralph Margreiter – «auch wenn es Fehr mit seinem Gestus gegenüber den Bürgerlichen übertreibt».

Andreas Hauri und Judith Bellaiche (beide GLP) haben ihre Tradition gegen den «langweiligen  Politalltag» fortgesetzt. Fürs Rathaus-Selfie stellten sie sich gestern bedeutungsschwanger vor das Sitzungszimmer des Regierungsrats. Mangels grünliberaler Kandidaten nahmen sie als Special Guest die Kandidatin der Konkurrenz aufs Bild: die Freisinnige Carmen Walker Späh.

Noch ein Nachtrag aus dem Albisgüetli, wo sich die SVP am Freitag selber gefeiert hat: Das E-Bike von der Tombola ging diesmal nicht an den Berner Grossrat Thomas Fuchs, der schon dreimal den Hauptpreis abgeräumt hat (ein Auto, ein Motorrad und auch schon ein E-Bike). Fuchs musste diesmal mit einer Reise vorliebnehmen. Ungesund waren die Preise von SVP Gemeinderat Mauro Tuena und von CVP-Regierungskandidatin Silvia Steiner. Obwohl Tuena nicht Vegetarier ist, hielt sich die Freude über seine Preise in Grenzen. Er gewann ein Paket mit 17 Cervelats, zweimal eine riesige Lyoner-Wurst und dazu ein Paar Schüblige. Steiner bekam ebenfalls ein Pack Cervelats, dazu ein Brot – für ihre dritte Gewinnnummer fand sich am  Gabentisch gar kein Preis. Sie muss sich nun mit der SVP-Unterstützung im Wahlkampf begnügen.

Quelle: Daniel Schneebeli, TagesAnzeiger

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