Eine zweite Babyklappe?

Grossrat Thomas Fuchs (SVP) fordert ein zweites Babyfenster im Oberland. Das Jugendamt und Regierungsrat Neuhaus reagieren skeptisch.

Am Mittwoch wurde das zweite Kind in das Babyfenster des Lindenhof-Spitals gelegt. Dem Mädchen geht es gut. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde sucht nach Pflegeeltern.

«Das Babyfenster im Lindenhofspital hat zwei Kindern das Leben gerettet», sagt Grossrat Thomas Fuchs (SVP). Er sieht sich bestätigt. Das Fenster im Lindenhof wurde 2013 eröffnet, nachdem Fuchs im Grossen Rat eine Motion eingereicht hatte. Nun sagt Fuchs: «Es ist Zeit für ein zweites solches Angebot.» Falls nötig wolle er im Grossen Rat einen Vorstoss einreichen.

Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) reagiert skeptisch auf die Forderung. «Das primäre Ziel muss doch sein, dass das Kind bei der Mutter bleiben kann», sagt er. Dafür müsste man die Frauen in früher unterstützen.

«Hin und her gerissen»
Ähnlich äussert sich auch Andrea Weik, die Leiterin des kantonalen Jugendamtes. «Ich bin hin und her gerissen», sagt sie. Das Babyfenster helfe, Kurzschlussreaktionen zu vermeiden. Andererseits zeichneten Studien aus Deutschland ein kritisches Bild: «Möglicherweise geben Frauen ihr Kind ab, die nur kurzfristig keinen Ausweg mehr sehen.»

Dann wäre laut Andrea Weik die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt sinnvoller. Dabei werden die Daten vorerst nicht registriert, um der Mutter Zeit zu geben, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Solche Angebote gibt es in den Berner Spitäler bereits heute. Allerdings würden die Fälle nicht einheitlich gehandhabt, sagt Weik.

«Wir sind auch mit den Spitälern im Gespräch, um weitere Angebote zu schaffen», sagt Andrea Weik. Ein Babyfenster im Oberland sei gut denkbar.

 

Quelle: Dominik Galliker, Berner Zeitung

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