«Mit Rassismus hat das Ganze null und nichts zu tun»

«Wir essen weiterhin unsere Mohrenköpfe» – unter diesem Motto hat Pro Libertate eine Petition gestartet und ruft nun Bürgerinnen und Bürger auf, diese zu unterzeichnen und ein starkes Zeichen gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit in der Schweiz zu setzen. Thomas Fuchs, der Präsident der Schweizerische Vereinigung Pro Libertate, über Rassismusprobleme, die keine sind, sowie seine Kandidatur als Berne Gemeinderat im November.

Mögen Sie Mohrenköpfe?
Thomas Fuchs: Ja, sehr sogar, wie man leider optisch feststellen kann.

Haben Sie ein Problem mit dem Namen des Süssgebäckes?
Nein. Wer über einen gesunden Menschenverstand verfügt, hat damit kein Problem.

Was halten Sie persönlich von Entscheid der Migros sowie anderen Grossverteiler, die Dubler Mohrenköpfe aus rassistischen Gründen aus dem Sortiment zu kippen?
Ein lächerlicher und feiger und wenig durchdachter Entscheid, nur weil einige Linke wieder einmal schrille Forderungen gestellt haben. Anstatt die echten Probleme dieses Landes zu lösen, diskutiert man über solche Scheinprobleme.

Pro Libertate hat eine Petition gestartet unter dem Motto «Wir essen weiterhin unsere Mohrenköpfe». Was steckt dahinter und was möchten Sie damit erreichen?
Wir wollen aufzeigen, dass 99 Prozent der Bevölkerung mit dem Namen Mohrenkopf kein Problem hat und vor allem wollen wir ein Zeichen gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit setzen. Mit Rassismus hat das Ganze null und nichts zu tun. Wichtig ist jetzt, dass die Leute unsere Petition unterschreiben und sich aktiv gegen den Meinungsterror zur Wehr setzen.

Was hat die weltweite Black Lives Matter-Bewegung mit der Schweiz zu tun?
Nichts, hier wir versucht aus einem traurigen und inakzeptablen Vorfall in den USA politisch Kapital zu schlagen.

Versucht die Migros mit dieser Aktion nicht ihre Kundschaft zu moralisieren, oder wie sehen Sie das?
Ich gehe eher davon aus, dass man nicht viel überlegt hat und nun selbst von den Gegenreaktionen zugunsten des Mohrenkopfes überrascht wurde.

Ihr farbiger Parteikollege, der Präsident der SVP Rothrist, Naveen Hofstetter, sagt die Schweiz habe kein Rassismusproblem. Sehen Sie sowie Pro Libertate das auch so?
Ja zu 100 Prozent. Gewisse Leute suchen den Rassismus förmlich oder provozieren ihn geradezu. Die kleine Schweiz als erfolgreiche Willensnation ist der beste Beweis für das friedliche Zusammenleben von Jung und Alt ungeachtet von Rasse, Sprache und Herkunft.

Welches Feedback hat Pro Libertate bis jetzt auf die Petition bekommen?
Nur positive Rückmeldungen. Viele Leute sind glücklich, dass es in unserem Land noch Organisationen gibt, die sich für Freiheit, Unabhängigkeit und Menschenwürde engagieren.

Pro Libertate setzt sich für eine lebenswerte, freie Schweiz ein. Ist sie das nicht bzw. gibt es zu wenig kritisch denkende Persönlichkeiten und verharren die Schweizer zu stark im Herdenmodus?
Die Schweiz sollte endlich wieder selbstbewusster auftreten, auch gegenüber der EU. Wir sind kein Bittsteller von Brüssel.

Sie kandidieren im November für die Gemeinderats-Wahlen in Bern. Wieso sollten Sie auf dem Wahlzettel stehen?
Weil in der Stadt Bern endlich auch die Bürgerlichen wieder eine Stimme im Gemeinderat haben müssen. Bern ist zu einem rot-grünen Biotop geworden und die Stadtfinanzen sind aus dem Ruder gelaufen. Hier gilt es anzupacken, daher kandidiere ich auf der Liste «Bürgerliches Bündnis für Bern» und danke allen, die mich 2x auf jede Liste schreiben – Bern zuliebe (www.ilovebe.ch).

Wieso sollte die Berner Bevölkerung gerade Sie wählen?

Beide wollen Ende November in den Berner Gemeinderat. Wir haben Marieke Kruit (SP) und Thomas Fuchs (SVP) deshalb zum grossen Duell geladen. Damit niemand bevorteilt wird, haben wir jeweils die gleichen Fragen gestellt.

>> Interview BernerBär

Beschreiben Sie sich bitte in fünf Stichworten und nennen Sie mindestens eine Ihrer negativen Eigenschaften.
Ich bin offen, unkompliziert, kompetent, humorvoll und voller Tatendrang, ab und zu etwas zu ungeduldig.

Beweisen Sie Ihre Liebe zu Bern anhand eines kurzen Beispiels.
Der grösste Liebesbeweis ist mein jahrelanger positiver Einsatz zugunsten einer lebenswerten Stadt Bern, sei dies mit der Schaffung von Babyfenstern, der jährlichen Verleihung des Samariterpreises für aussergewöhnliche Leistungen oder dem Betrieb eines Fahrdienstes.

Welcher ist Ihr liebster Ort in Bern?
Die Aussichtsterrasse beim Altersheim Oranienburg. Von dort aus geniesst man einen einzigartigen Blick auf den Rosengarten, die Aare sowie die Altstadt. Mein absoluter Geheimtipp!

Was gefällt Ihnen an Bern am besten?
Die gemütlichen und wettergeschützten Lauben, welche zum Shoppen und Verweilen einladen und dann ein Spaziergang durch den spannenden Tierpark.

Was gefällt Ihnen überhaupt nicht?
Die versprayte Reitschule und der mit Schrott überstellte Vorplatz. Beschämend für alle nach Bern mit dem Zug anreisenden Gäste und Touristen.

Wieso sollten die Bernerinnen und Berner am 29. November ausgerechnet Sie wählen?
Die rot-grüne All- und Übermacht ist zu einer überheblichen und ideenlosen Schönwetterregierung verkommen. Das bürgerliche Bern muss als kritische Stimme zwingend auch vertreten sein. Lösungen muss man gemeinsam finden im Interesse aller.

Was würden Sie, wenn Sie gewählt würden und wünschen könnten, im Gemeinderat als Erstes anpacken?
Die finanzielle Lage der Stadt dürfte in Wahrheit noch schlimmer sein, als alle annehmen. Hier besteht dringendster Handlungsbedarf. Abstimmen muss portofrei sein und die Steuerlast für Familien und den Mittelstand muss runter.

Welches Zeugnis würden Sie dem amtierenden Gesamtgemeinderat ausstellen?
Hier wäre wohl dringend ein Elterngespräch mit angedrohter Klassenwiederholung angezeigt.

Was möchten Sie der Berner Bevölkerung gerne sagen?
Danke, dass Sie in dieser Stadt leben und aktiv im Vereinswesen mitwirken, ehrenamtliche Aufgaben übernehmen und in irgendeiner Form für Bern positiv werben.

Was möchten Sie Marieke Kruit noch sagen?
Ich würde sie gerne ins Restaurant Kleefeld zu einem Getränk einladen, um zu erfahren, ob sie wirklich so arrogant ist, wie der Präsident der FDP sie bezeichnet hat.

Yves Schott, BernerBär

BERNplus – Ideen für eine innovative Bundesstadt

Während andere Parteien und Politiker besser Slalom fahren als manche Ski-Stars, vertritt Thomas Fuchs klare Standpunkte – verlässlich und das schon seit vielen Jahren. Auf den nachfolgenden Seiten sind denn auch die wichtigsten Positionen kurz zusammengefasst, die Thomas Fuchs in die Berner Exekutive einbringen wird.

Die heutigen politischen Verhältnisse im Berner Gemeinderat sind einseitig, und diese Folgen spüren wir heute: Immer mehr Dogmen bestimmen die Handlungsweise – aus der progressiven Linke wurde innert wenigen Jahren ein Hort linker und extremistischer Weltanschauungen. Thomas Fuchs schaut über den Tellerrand hinaus, damit Bern wieder als moderne und innovative Stadt wahrgenommen wird. Bern muss die Bewohnerinnen und Bewohner begeistern und nicht verwalten!

BERNplus – Ideen für eine innovative Bundesstadt

  • Preisgeld in bar sowie Gutscheine für die 15 besten Ideen. Prämiert werden die besten Spartipps, Effizienzvorschläge und Erneuerungsideen für Bern.
  • Mehr Kundenorientierung bei der städtischen Verwaltung durch weniger Vorschriften, effizientere Abläufe und kundenfreundlichere Öffnungszeiten (z.B. am Abend oder samstags).
  • Stärken der Digitalisierung nutzen und E-Government ausbauen, namentlich bei Bewilligungsverfahren.
  • Zahlungen mit Kryptowährungen oder Apps zulassen. Auch in der Bundesstadt soll man mit Bitcoin zahlen können. Berner sind weder langsam noch verstaubt. Innovation ist nicht nur im Kanton Zug ein Thema.
  • Freiwilligenarbeit und Nachbarschaftshilfe stärken. Die Stadt Bern soll zusammen mit gemeinnützigen Organisationen eine Plattform schaffen, wo Menschen anderen Menschen Ihre Unterstützung anbieten können (diese können unterschiedlichste Formen aufweisen, z.B. im Haushalt helfen, Einkäufe besorgen, etc.). Besonders ältere Menschen leiden oft unter zunehmender Einsamkeit. Andererseits könnten Sozialhilfeempfänger, aber auch Menschen mit einer physischen/geistigen Einschränkung sinnvolle Beiträge an die Allgemeinheit leisten und sich nicht unnütz vorkommen.
  • Mehr Lebensretter ausbilden. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit Samaritervereinen fördert die Erste-Hilfe-Kenntnisse in der Bevölkerung. Samariter-Kurse bringen Menschen aus allen Schichten und Altersklassen zusammen.
  • Die Zusammenarbeit der Stadt mit der Burgergemeinde und den Wirtschaftsverbänden ist zu intensivieren. Gemeinsame Projekte und Ideen verfolgen. Synergien nutzen und Doppelspurigkeiten vermeiden.
  • Städtischer Fonds für Startups einrichten. Für Schweizer Start-ups ist es am Anfang häufig einfach, bei Freunden und Familienmitgliedern erstes Startkapital zu sammeln. Und sobald eine Firma hohe Umsätze erzielt und stark wächst, stehen Investoren für weitere Finanzierungsrunden bereit. Dazwischen besteht jedoch eine Lücke, die mit einem städtischen Fonds geschlossen werden könnte. Die von diesem Fonds unterstützten Jungunternehmen haben also bereits ein funktionierendes Produkt und ein Team, müssen nun aber Wachstum generieren – dabei soll der Fonds unterstützend wirken.
  • Biodiversität in der Stadt Bern fördern, z.B. mittels eines Förderprogramms für Leute, die Grünflächen aufwerten, oder für Imker auf dem Stadtgebiet, die sich der wertvollen Bienenzucht widmen.
  • Ausländer, die Deutsch lernen und erfolgreich das Sprachniveau B1 absolvieren, erhalten von der Stadt einen City-Gutschein im Wert von 500 Franken. Das ist ein Anreiz für die Integration, kommt aber auch wieder direkt dem Berner Gewerbe zugute.

>> weitere Positionen von Thomas Fuchs

„Sie ist die Schönste, die wir je gesehen haben.“

Diese Worte verfasste der Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe in einem Brief an seine damalige Freundin, als er sich im Jahre 1779 in Bern aufhielt und von der der Stadt an der Aare schwärmte. Man darf sich jedoch zu Recht fragen, ob Goethe heute wohl noch die gleichen Worte finden würde.

Bern ist zweifellos die schönste Stadt auf der ganzen Welt und seit Geburt der Ort, wo ich mich «Daheim» fühle. Dennoch hat sich Bern in den vergangenen Jahren stark negativ verändert:

Die rot-grüne All- und Übermacht hinterlässt nicht nur in der Verkehrspolitik ihre Spuren.
Anstatt, dass sich die Ausgaben nach den Einnahmen zu richten haben, wie in jedem privaten Haushalt, richten sich in Bern die Einnahmen nach den Ausgaben.

Profiteure sind unter anderem Lebenskünstler, Sozialisten, Kommunisten, Aussteiger, Hüttendorfbewohner, Nichtverdienende, Ausländerinnen und Ausländer, Arbeitslose, Sozialschmarotzer, linke Organisationen und Vereine und wie immer die Reitschule und ihr Umfeld, welche sich wie ein Krebsgeschwür in der ganzen Stadt ausdehnt und dies mit Sprayereien und Schmierereien von Strassen und Sachbeschädigungen sowie unbewilligten Demonstrationen markiert wie Hunde ihr Revier.

Die Stadtfinanzen drohen aus dem Ruder zu laufen und niemand merkt es bzw. alle schauen zu. Der Chef der mächtigen Migros Aare kritisiert die immer ändernden Forderungen der Stadt betreffend Anlieferung und Ausbau des Migros-Flaggschiffes Marktgasse. Die Markthalle wird ganz fallen gelassen und alle schauen zu. Die Postfinance kündigt als einer der grössten Steuerzahler an, dass sie bald keine Steuern mehr bezahlen werde und alle schauen zu. Globus kündet an, dass zwei Berner Filialen geschlossen werden sollen und alle schauen zu.

Stadt- und Gemeinderat haben den Ausbau zahlloser Stellen in der Verwaltung beschlossen. Anstatt einen sofortigen Einstellungsstopp zu verfügen, schauen wiederum alle zu.

Wir brauchen keine untätige rot-grüne Schönwetterregierung – wir brauchen eine Regierung, welche auch Anliegen der Wirtschaft, von Klein- und Mittelbetrieben und von den bürgerlichen Steuerzahlenden mitberücksichtigt. Wir brauchen in der Bundesstadt Macher mit Ideen und nicht Verwalter und daher habe ich mich entschieden, auf einer gemeinsamen Liste mit der FDP für den Berner Gemeinderat zu kandidieren, damit Bewohner, Touristen und Medien über Bern bald wieder schwärmen können: „Sie ist die Schönste, die wir je gesehen haben.“
Ich mache es für mein Bern!

Thomas Fuchs, Gemeinderatskandidat, SVP Stadt Bern

>> Mein Kandidaten-Dossier für die
Berner Gemeinderatswahlen 2020

SVP Stadt Bern steigt mit Thomas Fuchs ins Rennen um einen Berner Gemeinderatssitz

Medienmitteilung SVP Stadt Bern, 23. Januar 2020 – Die SVP Stadt Bern hat an ihrer heutigen Medienkonferenz im Zentrum Kleefeld in Bümpliz ihren Gemeinderatskandidaten für die Stadtberner Wahlen 2020 vorgestellt. Sie steigt mit ihrem Präsidenten, alt Nationalrat Thomas Fuchs, ins Rennen um einen Sitz in der Exekutive der Bundesstadt.

Wie kein anderer kennt Thomas Fuchs die politischen Verhältnisse in der Stadt Bern. Er hat über 20 Jahre Parlamentserfahrungen auf allen politischen Ebenen, zuletzt als Mitglied des Grossen Rates. Als Präsident der SVP-Stadtsektion und weiterer Vereinigungen steht er an vorderster Front, kann gut zuhören und scheut auch nie die Debatte mit dem politischen Gegner.

Der diplomierte Betriebswirtschafter ist Direktionsmitglied einer Schweizer Bank und seit über 30 Jahren in der Finanzbranche tätig. Dadurch bringt er ein breites berufliches Rüstzeug mit, was ihn zum idealen Gemeinderat in der aktuellen finanziellen Schieflage der Stadt Bern qualifiziert. Thomas Fuchs ist Oberst der Schweizer Armee, er verfügt über langjährige Führungserfahrung. Als Präsident der Philanthropischen Gesellschaft UNION Bern und diverser gemeinnütziger und ehrenamtlicher Organisationen ist für Thomas Fuchs auch soziales Engagement kein Fremdwort – im Gegenteil.

Die Stadt Bern braucht wieder eine echte bürgerliche Vertretung in der Exekutive. Die SVP und die FDP treten hierzu mit einer gemeinsamen Liste zu den Gemeinderatswahlen an. Thomas Fuchs und der Kandidat der FDP werden jeweils auf der Liste vorkumuliert und von einem Kandidaten der Jungfreisinnigen ergänzt. Die SVP ist überzeugt, dass sie mit Thomas Fuchs eine starke und überparteilich glaubwürdige Kandidatur präsentiert, welche Bern wieder Eigenverantwortung, Unternehmertum und Innovation zurückgeben kann und für Jung und Alt wählbar ist.

Für Auskünfte steht Ihnen zur Verfügung:
Thomas Fuchs, Präsident SVP Stadt Bern und Gemeinderatskandidat, Tel. 079 302 10 09

Neue Töne von Thomas Fuchs

Der neue Stadtberner SVP-Präsident gibt sich offen: für ein Bündnis, für urbane Anliegen, für andere Themen neben der Reitschule. Macht er die SVP anschlussfähig? 

Herr Fuchs, Sie sagten, das Präsidium der städtischen SVP werde Ihr politisches Comeback erleichtern. Woran dachten Sie?
Thomas Fuchs: Wenn ich vier Jahre ohne Parlamentssitz und ohne Amt bliebe, wäre ich ein bisschen weg vom Fenster. Da hat sich, weil ich wegen unserer internen Amtszeitbeschränkung nicht mehr für den Grossen Rat antreten durfte, das Amt fast optimal angeboten. Zudem war ich der richtige Kandidat, damit es in unserer Partei ruhig bleibt.

Wie meinen Sie das?
Mit meiner Kandidatur war klar, dass es nicht zu einer Kampfwahl kommt, die der Partei hätte schaden können. Wir treten derzeit geschlossen auf, da wären Aus­einandersetzungen zur Unzeit gekommen. Gleichzeitig gibt es bei der SVP natürlich Leute, die sich in gute Positionen bringen möchten, etwa für die Nationalratswahlen 2019 oder das Stadtratspräsidium 2021.

Was ist mit Ihren eigenen Ambitionen für den Nationalrat?
Das ist ein Thema. Aber zuerst müssen wir auf Stadt- und Kantonsebene noch viele Gespräche führen.

Und was wollen Sie als SVP-Präsident inhaltlich bewirken?
Ein Schwergewicht wird sein, das Gewerbe wieder zu erreichen. Viele städtische Gewerbler wohnen ausserhalb und sind nicht in der Stadtpartei. Für sie will ich die Partei öffnen. Bern ist so ­gewerbefeindlich – angefangen bei Parkplätzen und beim Bewilligungswesen –, dass sich viele Gewerbler in der Stadt von niemandem mehr vertreten fühlen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Wohnbaupolitik, die derzeit einzig darauf ausgerichtet ist, rot-grüne Wähler anzuziehen. Da wollen wir uns etwa dafür einsetzen, dass es bei städtischen Überbauungen auch Wohneigentum gibt.

«Viele Gewerbler fühlen sich in der Stadt Bern von niemandem mehr vertreten.»

Beim Gewerbe sprechen Sie Parkplätze an. Was bieten Sie aber beispielsweise Unternehmern der IT- oder der ­Kreativbranche, die Velo fahren und denen Fragen der familienexternen ­Betreuung wichtiger sind als Parkplätze?
In einer Stadt ist es Pflicht, auch Start-ups zu unterstützen, innovatives Gewerbe von jungen Menschen. Die Vernetzung des Gewerbes, die ich erreichen möchte, soll auch solche Unternehmer abholen. Dafür könnten wir etwa Businesslunchs oder Wirtschaftsapéros organisieren.

Noch eine Nachfrage zur Wohnbaupolitik: Was sagen Sie zur neusten Forderung der FDP, dass die Stadt sich vollständig aus dem Wohnungsmarkt zurückziehen soll?
Das finde ich gar keine gute Idee. Eine Stadt sollte eigene Wohnungen haben, insbesondere für Menschen mit wenig oder gar keinem Geld, von denen es in Zukunft eher mehr geben wird. Grundsätzlich sind wir mit der FDP insbesondere beim Wohnbau aber fast immer einig, etwa wenn es um Parkplätze oder Eigentum geht.

Und dennoch betonen Sie lieber das Trennende als das Verbindende. Die SVP sei die letzte bürgerliche Kraft, hiess es in der letzten Mitteilung Ihrer Partei.
Das geschah vor allem mit Blick auf die baldige Abstimmung über den Kredit für die Sanierung der Grossen Halle der Reitschule. Wir sind nicht die kleine Schwester und Stimmenlieferantin der FDP, sondern gleichberechtigte Partnerin. Und zu einer solchen Beziehung gehört, dass man sich gelegentlich kritisiert. Es ist noch eines, dass die FDP dem Kredit zustimmt, aber dass sie sich sogar im Pro-Komitee engagiert, ist unserer Ansicht nach eine unfassbare Anbiederung nach links.

Damit RGM 2020 nicht wieder vier Sitze holt, muss Mitte-rechts ein Bündnis von GLP bis SVP schmieden. Was halten Sie von dieser Idee Bürgerlich-Grün-Mitte (BGM)?
Auf jeden Fall sollte man sich nicht vormachen, dass sich die Stärkeverhältnisse gross ändern werden. Umso mehr finde auch ich, dass man BGM versuchen sollte. Das bedingt aber, dass man die Kandidatinnen und Kandi­daten der anderen akzeptiert. Wichtig wird sein, ob CVP-Gemeinderat Reto Nause erneut antritt – wenn, dann ist er in diesem Bündnis wieder gewählt.

Und der zweite Sitz ginge an ­jemanden ausserhalb der SVP, weil gemässigtere Kandidaten mehr Panaschierstimmen holen.
Das ist zu befürchten. Bei Listenverbindungen wählen unsere Leute immer schön stramm die Liste, während die anderen die SVP streichen. So machen wir natürlich immer Zweiter.

Als neuer Präsident haben Sie es in der Hand, die SVP anschlussfähiger zu machen – polarisieren aber selber.
Es gibt ein übergeordnetes Interesse, das alle Parteien rechts von RGM im Auge haben müssen. Es bringt nichts, eigene Positionen durchzudrücken – und am Ende lacht Rot-Grün-Mitte.

Vielleicht müssen Sie und ­Ihre Partei auch mal eine Provokation auslassen.
Das ist so. Vielleicht hätten wir sogar auf das Referendum gegen den Baukredit für die Grosse Halle verzichtet, wenn die FDP im Grossen Rat nicht dazu beigetragen hätte, dass unsere kantonale Reitschule-Initiative für ungültig erklärt wurde.

Ich verstehe Sie richtig: Vielleicht beackert die SVP künftig weniger monothematisch das Thema Reitschule?
Ja, eindeutig. Es gibt genug andere wichtige Themen.

Die FDP will urbaner werden. Wie sieht das bei der SVP Stadt Bern aus?
Das ergibt sich meiner Ansicht nach automatisch. Wer sieht, wie unsere jüngeren Mitglieder leben, wohnen und arbeiten, muss sich für die Bedürfnisse heutiger Stadtbewohner öffnen – sonst­ geschieht der Wandel einfach ohne uns. Dann sind wir aber irgendwann in der Stadt nur noch eine 5-Prozent-Partei.

«Dass sich die FDP für den Kredit für die Grosse Halle engagiert, ist eine unfassbare Anbiederung nach links.»

Ihre Stadtratsfraktion ist gern laut und polemisch. Versuchen Sie das zu ändern?
Das schauen wir an. Ich habe ­bereits mit FDP-Fraktionschef Bernhard Eicher ein Gespräch vereinbart, an dem wir über den Ratsbetrieb sprechen werden. Ich habe aber auch zu unserem Fraktionschef Alexander Feuz einen guten Kontakt. Verbessert haben wir schon mal die Präsenz – wer zu oft fehlte, hat sich nun neu organisiert.

Wen sehen Sie als Kandidaten für den Gemeinderat?
Im Moment tendiere ich zu Personen, die noch nicht gross einen Namen haben, der mit der SVP verbunden wird. Dazu führen wir ­Gespräche mit verschiedenen Quereinsteigern mit einem Leistungsausweis in der Wirtschaft oder der Verwaltung. Bei gestandenen SVPlern würde es bloss ewige Diskussionen über die Person geben.

Sie wollen nicht Gemeinderat werden?
Nein.

Was ist mit Frauenförderung?
Ich habe sehr viele Gespräche geführt mit dem Ziel, im neuen Vorstand eine Frau zu haben – bis jetzt erfolglos. Bewerbungen nehme ich gerne entgegen.

Dafür ist Bernhard Hess neu im Vorstand, bis 2007 letzter Nationalrat der Schweizer Demokraten und scharfer Rechtsaussen. Erneut: Wie passt das zur Offenheit für ein BGM-Bündnis?
Niemand macht mehr für die ­Demokratie als Bernhard Hess, der bei Initiativen und Referenden unermüdlich Unterschriften sammelt. Wir kennen uns schon ewig, ich habe ihn mehrmals ­gefragt, zur SVP zu kommen. Jetzt, als ich Präsident wurde, hat es für ihn gepasst. Bernhard Hess politisiert übrigens längst nicht mehr so wie zu seinen frühen SD-Zeiten.

Ein eingemitteter SVPler, …
… der immer noch gute Kontakte zu den früheren SD-Mitgliedern hat, die heimatlos sind. Für sie sind wir offen, auch wenn es mal zu Diskussionen kommen sollte.

Bernhard Hess wollte mal ­Gemeinderat werden. Was ist seine Perspektive bei der SVP?
Ich sehe ihn eher als Kandidaten für Stadt-, Gross- oder Nationalrat. Er ist sehr versiert und kann aus dem Stand einen Vorstoss schreiben. Es wäre schade, einen solchen Vollblutpolitiker nirgends einzubinden.

Quelle: Berner Zeitung

Thomas Fuchs neu an der Spitze der Stadtberner SVP

Die Stadtberner SVP-ler haben am Montag alt Grossrat Thomas Fuchs einstimmig zum Präsidenten ihrer Parteisektion gewählt.

Anfang Mai war bekannt geworden, dass Thomas Fuchs (SVP) den bisherigen Amtsinhaber, Rudolf Friedli, an der Parteispitze ablösen soll. Fuchs war viele Jahre als Stadtrat und Grossrat aktiv, kurz sass er auch im Nationalrat. Wegen der parteiinternen Amtszeitbeschränkung durfte er diesen Frühling nicht mehr zu den Grossratswahlen antreten.

Bereits am Ende seiner letzten Session liess der 51-Jährige durchblicken, dass er politisch aktiv bleiben will. Fuchs will nach eigenem Bekunden den «klar bürgerlichen Kurs» der Partei weiter verfolgen.

Neu im Vorstand der Stadtpartei sind auch Janosch Weyermann, der das Sekretariat übernimmt, alt Nationalrat Bernhard Hess und Unternehmer Roger Mischler, wie die Partei am Dienstag mitteilte. (crt/sda)

Quelle: Der Bund
Erstellt: 08.05.2018, 16:22 Uhr

Thomas Fuchs ist zurück

Thomas Fuchs kehrt auf die Politbühne ­zurück. Er soll Rudolf Friedli als Präsident der Stadtberner SVP ablösen. Erich Hess und Stefan Hofer sollen seine Stellvertreter werden.

«Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage.» Mit diesem Satz aus dem Intro der Zeichentrickserie «Pink Panther» verabschiedete sich ­Thomas Fuchs im März von der Politbühne.

Nach 16 Jahren schied er wegen der SVP-internen Amtszeit­beschränkung aus dem Grossen Rat aus. Nun macht Fuchs seine Ankündigung bereits wahr: Er soll am 7. Mai zum Präsidenten der SVP Stadt Bern gewählt werden, wie die Partei gestern mitteilte.

Er folgt damit auf Stadtrat Rudolf Friedli, der sich nach fünf Jahren im Amt auf neue Aufgaben und mehr Freizeit freut. Friedli sagt, für ihn sei klar gewesen, dass er das Amt nicht weitere vier Jahre ausüben werde. «Ich habe mich in den letzten fünf Jahren gerne als Präsident für die SVP Stadt Bern eingesetzt. Nun ist es Zeit, das Amt weiterzugeben. Man soll ­gehen, wenn es am schönsten ist», wird Friedli in der Mitteilung der Partei zitiert.

Sprungbrett für Grossen Rat

Er habe sich 14 Tage Bedenkzeit erbeten, als Rudolf Friedli ihm die Übernahme des Präsidiums angeboten habe, sagt Thomas Fuchs auf Anfrage. Wegen diverser Vakanzen, unter anderem im Parteisekretariat, fürchtete er, bei seinem Amtsantritt eine Baustelle vorzufinden. Ausschlaggebend für seine Zusage sei daher gewesen, dass er die vakanten Stellen mit seinen Wunschkandidaten besetzen dürfe.

Dadurch steigen Fuchs’ politische Ziehsöhne Erich Hess und Janosch Weyermann in die Führungsriege der Stadtberner SVP auf: Hess wird erster Vizepräsident und Weyermann übernimmt das Sekretariat. Grossrat Stefan Hofer wird zweiter Vizepräsident.

Für Fuchs ist die Wahl am ­7. Mai bloss Formsache: «Im Vorstand waren alle froh, als ich zugesagt habe. Und auch sonst dürfte gegen mich niemand den Aufstand proben wollen.» Bereits zuvor hatte er sein Interesse bekräftigt, bei den Grossratswahlen in vier Jahren erneut anzutreten. Nutzt er das Amt des Parteipräsidenten nicht bloss dazu, das Medieninteresse an seiner Person bis dahin hochzuhalten? Fuchs dementiert das nicht. «Dieses Amt wird meinen Wiedereinstieg sicher erleichtern.» (Berner Zeitung)

Quelle: Berner Zeitung
Erstellt: 03.05.2018, 17:53 Uhr

SVP-Politiker Thomas Fuchs über seinen erzwungenen Rücktritt

Nach vier Legislaturen ist Schluss: Thomas Fuchs (SVP) darf am kommenden Sonntag wegen einer parteiinternen Amtszeitbeschränkung nicht mehr zu den Grossrats-Wahlen antreten. Nau spricht mit dem national bekannten SVP-Politiker über seine Zukunft.

Das Wichtigste in Kürze
Der SVP-Grossrat Thomas Fuchs kann zu den bernischen Wahlen am Sonntag nicht mehr antreten. Grund dafür ist die parteiinterne Amtszeitbeschränkung. Ganz verschwinden von der politischen Bühne will Fuchs aber trotzdem noch nicht.

Thomas Fuchs (51) ist seit 2002 bernischer SVP-Grossrat. Wegen einer parteiinternen Klausel darf er nach diesen 16 Jahren – also vier Legislaturen – jetzt nicht mehr erneut zur Wahl antreten. Dazu Fuchs: «Ich finde die Amtszeitbeschränkung völlig blöd.» Denn schliesslich sollen die Wähler entscheiden können, wen sie wählen wollen oder nicht.

Ist das Fuchs‘ Abgang von der politischen Bühne?

Fuchs auf nationalem Parkett

Auch wenn er in Zukunft nicht mehr Grossrat ist, will Thomas Fuchs seine verschiedenen Mandate in politischen Vereinigungen behalten. Und auf seinem Abschiedsflyer bei seinen Kollegen im Rathaus steht: «Heute ist nicht alle Tage. Ich komm wieder, keine Frage.» Dieser Satz sei eine leise Drohung an seine Nachfolger: Wenn sie die Arbeit nicht gut machen, kandidiere er in vier Jahren erneut.

Bevor Thomas Fuchs in den Grossrat gewählt wurde, war er seit 1995 bereits Berner Stadtrat und dementsprechend bekannt in der Bundesstadt. So machte sich Fuchs beispielsweise für die Schliessung der Reitschule stark oder widersetzte sich dem Tram-Projekt Bern West.

Auch auf nationaler Ebene machte sich Fuchs einen Namen. 2007 verpasste er wegen 263 Stimmen zwar den Sprung in den Nationalrat, rutschte aber im März 2011 für Adrian Amstutz nach, der in den Ständerat gewählt wurde. Nach einem halben Jahr war das Gastspiel von Fuchs im nationalen Parlament aber schon wieder zu Ende: Bei den Wahlen im Oktober 2011 wurde er nicht wiedergewählt.

Nationale Bekanntheit erlangte Thomas Fuchs nicht zuletzt wegen seiner Homosexualität. Es ist unter anderem ihm zu verdanken, dass es jetzt eine GaySVP gibt. Stand ihm seine Offenheit einer noch grösseren SVP-Karriere im Weg? «Genützt hat es mir sicher nicht gerade, das ist klar.» Aber letztendlich habe er immer geradlinige Politik gemacht und sei zu dem gestanden, was ihm wichtig sei.

Und nächstes Jahr sind ja auch noch nationale Wahlen. Auch dort sei es noch nicht ausgeschlossen, dass er kandidiere, sagt Thomas Fuchs. Dies hange aber sicher davon ab, wie sich die Situation rund um Erich Hess entwickelt, welchen er schon seit vielen Jahren unterstützt und fördert.

Quelle: nau.ch