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NEIN zur Abschaltung des UKWRadioempfangs

Der Radioempfang über UKW soll demnächst definitiv abgeschaltet werden. Die Programme können danach nur noch mit “DAB+”-Geräten empfangen werden. Will heissen: Mehrere Millionen unserer Radios mit UKW-Empfang zuhause sind danach in den Müll zu werfen und durch “DAB+”-Geräte zu ersetzen. Mit hohen Kosten für Neuanschaffungen und ebenso hohen Kosten für die problematische Entsorgung der alten Geräte. Der Umweltschutz lässt grüssen!

Besonders problematisch ist dies für die Autoradios, schon nur wegen der wichtigen Verkehrs- und Unfallmeldungen. Die Hälfte davon funktioniert über UKW-Empfang, das sind ebenfalls Millionen von Geräten. Die Umrüstung auf “DAB+”-Geräte in einem Auto dürfte gegen 1’000 Franken betragen. Und auch diese alten UKW-Geräte gehen in den Müll.

Der Entscheid für die Abschaltung der UKW-Geräte wurde vor ein paar Jahren, fernab jeglicher demokratischen Kontrolle, von einer Handvoll Direktinteressierter beschlossen. Der Bundesrat (damals war Doris Leuthard UVEK-Chefin!) stimmte zu, im Parlament regte sich kein Widerstand, das Volk – das keine Ahnung von diesem Geschehen hatte – konnte sich nicht dazu äussern.

Man ging damals – nebst mancherlei Brancheninteressen – davon aus, dass UKW ein Auslaufmodell wäre, und evaluierte die Folgekosten und die Umweltschäden der Umrüstung nicht. Zudem kam und kommt die neue Technologie nur schleppend mühsam voran. Verschiedene europäische Länder haben denn bereits auch ihre Abschaltungsentscheide zurückgenommen bzw. vertagt. Die Schweiz würde somit mit ihrer Abschaltung einen unverständlichen und schädlichen Alleingang beschreiten.

Nun kommt aber plötzlich – besser spät als nie – Bewegung in die Sache. So läuft derzeit Radiopionier Roger Schawinski mit einer Onlinepetiton Sturm gegen die Abschaltung. Und die Politik schlägt geradezu Purzelbäume: Gemäss NZZ vom 3.6.21 ist sogar ex-Bundesrätin Doris Leuthard nun dafür, bei der Zwangsabschaltung einen Marschhalt einzulegen. Begründung: «Es lohnt sich nicht, wenn die Schweiz einen Alleingang macht», und: «Wenn wir die UKW-Radios nicht mehr gebrauchen können, vernichten wir damit Volksvermögen». Kurioses pro memoria: Doris Leuthard war einst just jene Kommunikationsministerin, welche

der UKW-Abschaltung zugestimmt hatte! Nun ja: Späte Reue schadet nicht.

Abgesehen vom Argument der hohen persönlichen Kosten und der Vernichtung von Volksvermögen ist die ganze Sache schon nur vom Standpunkt des Umweltschutzes aus geradezu grotesk. Auf der einen Seite pocht man auf die Zustimmung zu einem super teuren, aber wirkungslosen CO2-Gesetz, und auf der anderen Seite schluckt man bedenkenlos die angekündigte teure und umweltgefährdende Verramschung der UKW-Geräte. Man könnte ja vielleicht auch mal ausrechnen, wie viel CO2-Aussstoss vermieden würde ohne die Zwangsentsorgung der alten Radiogeräte. Zudem: Meine persönliche Erfahrung ist, dass die “DAB+”-Geräte ein Mehrfaches an Batterieleistungen beanspruchen als die UKW-Geräte.

Hoffen wir also, dass die Politik hier die Notbremse zieht!

Wie ich mir die Schweiz vorstelle

Nur Souveränität und Freiheit unserer Heimat ermöglichen eine starke Schweiz. Deshalb wünsche ich mir eine Aussenpolitik, welche von Selbstbewusstsein geprägt ist und die Wahrung der sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der Eidgenossenschaft und seiner Bürger in der Welt Rechnung trägt.

Daher stelle ich mir eine Aussenpolitik vor, die sich an der Sicherung der Unabhängigkeit der Schweiz und dem Ziel des Schutzes der Freiheit seiner Bürger orientiert. Insbesondere ist die Weiterführung der bewährten, immer fortwährenden, Neutralität der Schweiz zwingend notwendig. Nur so kann die lange Tradition des Vermittelns und des Ausgleichs unseren Beitrag zum Frieden in der Welt leisten.

Neben Eigenständigkeit und Freiheit ist mein grosser Wunsch die Liebe zu unserer Heimat und zu den Menschen in unserem Land, die Pflege unserer Traditionen, unserer Identität und unserer Kultur zu bewahren. Nur wer seine eigene Kultur und Herkunft schätzt, kann andere Kulturen aufrichtig achten oder sich nötigenfalls ihrer erwehren, wenn sie aggressiven, unsere eigene Kultur verdrängenden Charakter zeigen.

Ich wünsche mir innig, dass die Verbundenheit mit unseren Vorfahren niemals abbricht und dass die Verantwortung für unsere Nachkommen immer im Bewusstsein bleibt. Wir müssen für nachfolgende Generationen eine schweizerische Heimat bewahren, die ein selbstbestimmtes Leben in Frieden, Freiheit und Sicherheit ermöglicht. Am wichtigsten ist es jedoch, dass die Schweiz niemals Mitglied der zentralistischen, bürokratischen und demokratiedefizitären Europäischen Union wird, denn unsere Schweizer Kultur ist reichhaltig und vielfältig und mit den benachbarten Kulturnationen freundschaftlich verbunden. Der Erhalt unserer Volkskultur und der Kulturdenkmäler hat dabei hohe Bedeutung.

Die Ausbreitung des radikal-fundamentalistischen Islams in der Schweiz lehne ich entschieden ab und bin bereit, die schweizerischen Werte und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung gegen Fanatismus und Extremismus entschieden zu verteidigen und für die Erhaltung und Weiterentwicklung unserer Leitkultur und unserer Lebensart in Frieden und Freiheit einzutreten.

Als Oberst der Schweizer Armee liegt mir eine umfassende Landesverteidigung zur Sicherung der Unabhängigkeit und des sozialen Friedens unserer Heimat am Herzen. Es ist wünschenswert, dass Auslandseinsätze von Schweizer Soldaten ausschliesslich freiwillig und nur für Katastropheneinsätze, humanitäre Aufgaben, zur Friedenssicherung und unter UNO-Mandat erfolgen. Einer meiner weiteren Wunschvorstellungen ist, dass sich unsere Schweizer Entwicklungshilfe vermehrt am Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe orientiert. Es steht der Schweiz gut an, wenn sie zur Bereinigung von schwelenden internationalen Krisensituationen die seit Jahrzehnten anerkannten «guten Dienste» anbietet, aber immer die eigene Neutralität hochhält. Es ist nicht nur Wunsch sondern Pflicht, dass der Zustrom von Migranten aus oft ganz fremden Kulturen und unter dem Deckmantel der verfehlten Asylpolitik massiv eingedämmt wird. Das Eingehen und Erfüllen internationaler Verpflichtungen darf nicht zum Nachteil der Schweizer Bevölkerung erfolgen.

Unser Land soll fortwährend den demokratischen, rechtsstaatlichen, republikanischen, gewaltenteilenden und bundesstaatlichen Verfassungsprinzipien treu bleibt, den Respekt vor dem Leben und der Menschenwürde hochhalten und zu den liberalen Grundfreiheiten wie Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit stehen. Der Schutz der in der Welt einzigartige direkte Demokratie und der Volksrechte hat höchste Priorität. Freiheit und Verantwortung des Einzelnen und der Gemeinschaft, zur Demokratie, zum freiheitlichen Rechtsstaat und zu den Prinzipien der Marktwirtschaft sind Grundprinzipien zum Zusammenleben in der Schweiz und müssen für die nachfolgenden Generationen bewahrt und verteidigt werden.

Diese Ziele erreichen wir aber nur gemeinsam: Werden Sie jetzt Mitglied bei www.prolibertate.ch oder profitieren Sie von unserem umfassenden Bücherdienst.

Das Justistal, wie es selbst nicht alle Sigriswiler kennen!

Das Justistal und den Chästeilet als Abschluss des Alpsommers sind weitherum bekannt. Doch das Gebirgstal in Sigriswil am nördlichen Thunersee-Ufer hat noch viel mehr zu bieten. Das beweist das neue Buch «Das Justistal und seine Alpen» der Geschwister Therese Krähenbühl-Müller und Samuel Krähenbühl, soeben erschienen im Weberverlag Thun.

Oder wussten Sie etwa, dass ein Holländer an der Nordsee das Tal mit sämtlichen Alpen mit Steinen aus der Schweiz nachbaute? Haben Sie schon je vom «Hohseiler» gehört, einem an die Felsen des Niederhorns verbannter Mönch, der an stürmischen Tagen laut heult? Oder kennen Sie die Geschichten der Brotbuben, welche früher den Sennen am Samstag die Wocheneinkäufe ins Tal brachten und bei dieser Gelegenheit Fische aus dem Bach zogen? Und wussten Sie, dass im Justistal im 2. Weltkrieg nicht nur Strassen und Festungen, sondern auch zwei Seilbahnen gebaut wurden? Das sind nur einige der interessanten Aspekte rund ums Justistal, welche auf 350 Seiten thematisiert werden.

Auch gingen die Autoren, deren Mutter aus Oberhusen im Ortsteil Sigriswil stammt, der Geschichte jeder einzelnen der neun Justistaler Alpen nach. Dazu haben sie Interviews mit den Verantwortlichen aller Alpen geführt. Und zusätzlich auch mit ehemaligen Älplern und Bergvögten. So wird ein für alle Mal geklärt, warum und wie die Oberhofner zu ihrer eigenen Alp im Justistal gekommen sind. Dazu haben die Autoren einen Teilungsvertrag aus dem Jahr 1747 wiederentdeckt. Auch wird die teils bewegte Geschichte der Alphütten erläutert, welche leider oft Lawinen oder Bränden zum Opfer gefallen sind. Dank wiederentdeckten alten Fotos ihres Urgrossvaters Dr. Ernst Konrad Schiller, welche jahrzehntelang auf den Original-Glasplatten im Estrich ihrer Grosseltern in Oberhusen im Dornröschenschlaf schlummerten, konnten die Autoren diese Unglücke sogar teilweise im Bild ins Buch bringen.

Besonders eindrücklich sind auch die Bilder des damals noch vereisten Schaflochs, welche ebenfalls ihr Urgrossvater persönlich auf die Glasplatte bannte. Aber selbstverständlich sind im Buch neben den alten schwarz-weissen Fotos auch viele bunte Bilder aus den vergangenen Jahren zu sehen bis hin zu modernen Drohnenaufnahmen des Corona-Chästeilets 2020. Und natürlich wird auch das nicht ganz einfach zu verstehende System des uralten Chästeilets mit Text und Grafiken erklärt.

Im Internet bestellbar unter: www.prolibertate.ch oder telefonisch bei Thomas Fuchs unter der Nummer 031 981 34 40 zum Preis von 49.50 Franken.

Zum Buch
Autoren: Therese Krähenbühl Müller, Samuel Krähenbühl, 350 Seiten, 23 × 27 cm, gebunden,  Hardcover, erschienen im Werd & Weber Verlag, Thun, ISBN 978-3-03818-319-8

 

Judenstempel: Korrektur einer Unwahrheit

Eine Schriftenreihe von Pro Libertate belegt eindrücklich und mit vielen Fakten: Die Schweiz war nicht Erfinderin des Juden-Stempels!

Die vorgelegte Dokumentation in der Schriftenreihe Pro Libertate Nr. 11 zeigt, wie 1954 infolge eines Artikels in der Zeitschrift «Beobachter», die unrühmliche Geschichte vom angeblichen schweizerischen Ursprung des «J»-Stempels von 1938 entstanden ist und trotz offizieller Widerlegung weltweite Verbreitung und Eingang selbst in die seriöse Geschichtsschreibung gefunden hat. Die Falschinformation, heute könnte man auch neudeutsch von «Fake News» sprechen, beherrschte leider über 40 Jahre lang die öffentliche Meinung.

Die Broschüre beschreibt eindrucksvoll und mit vielen Fakten wie die J-Stempel-Saga zweifellos zur Schwächung des schweizerischen Selbstbewusstseins und zur Schädigung des internationalen Ansehens unseres Landes geführt hat. Dadurch erhielten die 1995 einsetzenden Angriffe aus den USA eine völlig unverhältnismässige Wirkung mit der Folge, dass sich unser Land in der ganzen Debatte um die Schäden des Zweiten Weltkriegs kaum zur Wehr setzte und mit Schuldbekenntnissen und Zahlungen reagierte. Viele Schweizer Persönlichkeiten – nicht nur aus dem linken Lager – und selbst der Bundesrat stimmten in die ausländische Kritik ein und traten als selbsternannte Belastungszeugen gegen unser Land an. Die mit Macht der Mainstreammedien aufrecht gehaltene bösartigen Behauptung des «J»-Stempels hatte 41 Jahre später zur Folge, dass Bundesrat Kaspar Villiger 1995 in der Bundesversammlung erklärte, die Schweiz – d. h. der Bundesrat – habe 1938 mit der Billigung des «J»-Stempels eine falsche Wahl getroffen. So tat er die damaligen Sachzwänge aus der Sicht von 1995 als «falsch verstandenes Landesinteresse» ab und sah darin ein Versagen, für das sich der Bundesrat, getreu dem linksliberalen Zeitgeist, entschuldigen zu müssen glaubte.

Als der «Beobachter» 1954 die Behauptung vom schweizerischen Ursprung des «J»-Stempels aufstellte, trug er dafür keine politische Verantwortung. Gleichwohl hat er 1998 auch – oder sogar insbesondere – aufgrund der Recherchen unseres Vereinsmitglieds Dr. Max Keller die Behauptung widerrufen. Die vorliegende Dokumentation Nr. 11 aus der PL-Schriftenreihe ist eine zum Glück erfolgreiche Klarstellung aus unserem politischen Lager, gegen die bösartige Behauptung der «Erfindung des J-Stempels durch die Schweiz» und deren jahrzehntelangen Verbreitung in den immer mehr nach links triftenden Massenmedien. Dem Verfasser Dr. Max Keller gebührt Dank für seine lesenswerte Argumentation, seine Recherchen und die seriöse Dokumentation über die Geschehnisse von 1938, welche umschrieben werden können: «Im Zweifel fürs Vaterland!».

Schriftenreihe Pro Libertate, Das Ende der J-Stempel-Saga, zum Preis von nur 5.— Franken zu bestellen online auf buch.prolibertate.ch via Mail unter info@prolibertate.ch oder via Telefon unter 079 302 10 09.

Der Tausendsassa, der niemals müde wird

Der vielbeschäftigte Bümplizer hat sich Zeit genommen, um darüber zu sprechen, warum er sich in seinem Stadtteil immer wieder ins Spiel bringt. Dabei geht es weniger um Parteien­werbung, sondern vielmehr um Motivation und Menschlichkeit.

Den Bümplizerinnen und Bümpli­zern zu erklären, wer Thomas Fuchs ist, wäre so, als wolle man den Schweizerinnen und Schwei­zern erklären, wer Adolf Ogi sei – beide kennt man einfach. Kaum ein anderer ist für seinen Heimat­ort so präsent wie der gelernte Betriebswirtschaftler und Kredit­spezialist. Der 54-jährige Thomas Fuchs sucht immer wieder die Bümplizer Öffentlichkeit und weist auf Themen hin, die aus sei­ner Sicht falsch laufen, besser oder anders gemacht werden können.

Die Öffentlichkeit suchen

Er positioniert sich nicht nur während Wahlkämpfen, sondern permanent und stellt so ein quasi immerwährendes Mahnmal an die Bümplizer dar, sich nicht von der Stadt und Obrigkeit unhinter­fragt alles Aufdiktieren zu lassen. Dabei gerät Fuchs nicht selten ins Kreuzfeuer der Kritik und wird von Andersdenkenden angefein­det. Darüber kann der Bänker al­lerdings nur schmunzeln. «Neid», nennt er das.

Doch warum tut man sich das an? Warum sucht man immer wieder die Öffentlichkeit und wird zum unangenehmen Splitter im Sitz­kissen des Berner Stadtrates, wenn es um die Belange von Berns Westen geht und mit Un­dankbarkeit leben muss? «Weil es sonst keiner tut.» Das liege daran, dass viele Leute nicht könnten, nicht wollten, oder nicht wüssten, wie. Fuchs zuckt die Schultern: «Das passiert häufig. Ich bekom­me viele Anrufe mit Nachfragen, wie man sich engagieren kann.» Und das müsse nicht immer poli­tisch sein. Zwar helfe die Mit­gliedschaft in einer Partei, Dinge ins Rollen zu bringen und Projek­te zu organisieren sowie Men­schen zusammenzubringen, sei das allerdings kein Muss.

«Es gibt noch den Quartierverein und viele andere Vereinigungen. Man kann sich auch als Einzel­person engagieren und versu­chen, etwas zu verändern. Wich­tig ist, dass man den Willen auf­bringt, dies zu tun.» Dabei würde Fuchs sich sehr wünschen, dass mehr Menschen die Initiative er­greifen und sich entscheiden, et­was zu tun. «Das gehört doch auch zum Schweizer System – das Sich-Einsetzen.» Dabei komm es nicht auf das Alter, die Herkunft oder den sozialen Status an. «Hauptsache, man tut etwas. Denn sonst tut es die Regierung.»

Immer etwas machen

Fuchs selbst entdeckte bei sich den Willen, etwas zu bewegen im Alter von ungefähr 16 Jahren. Da­mals verhinderte er durch den Glauben daran, dass es anders ginge und unter Zuhilfenahme ei­ner Unterschriftensammlung ei­nen Landverkauf. «Da hat es mich gepackt.» Für Thomas Fuchs hört Engagement aber nicht bei Petitionen und Unterschriften­sammlungen auf – da fängt er ge­rade erst an, das macht er quasi dauernd. Fuchs Engagement geht so weit, dass er privates Geld in die Hand nimmt, um Bümpliz weiter voranzubringen oder Be­stehendes zu retten. So gesche­hen mit dem Restaurant Kleefeld. «Es sollte geschlossen und aufge­löst werden. Wir wollten das nicht geschehen lassen und ent­schlossen uns, das Restaurant pri­vatfinanziert zu retten. Eine gute Entscheidung, wie sich gezeigt hat. Es ist eine Institution.»

Neben dem Einsatz für seinen Stadtteil engagiert sich Fuchs auch politisch. Der 54-Jährige ist seit Jahrzehnten Mitglied der SVP und war sogar Stadt-, Gross- und Natio­nalrat. Zurzeit ist er der Präsident der SVP Stadt Bern und der SVP Bümpliz. «Hier hat man mich mit offenen Armen begrüsst und auf­genommen. Bei anderen Parteien sollte ich erstmal die Protokolle Schreiben und mich quasi bewei­sen. Bei der SVP war und ist das ganz anders.» Dass in Bümpliz die Parteigrenzen schnell verschwim­men und es keine Rolle spielt, ob man links, rechts oder Mitte ist, zeigt die aktuelle Diskussion um den Friedhof Bümpliz. Alle ortsan­sässigen Parteisektionen sprechen sich gegen die Auflösung des Friedhofs aus. «Das ist richtig und wichtig», sagt Thomas Fuchs, «es geht hier um das Quartier und den Einsatz für die Menschen.» Partei­politik spiele dabei keine Rolle. Al­lerdings, so Fuchs, habe er in den vergangenen Jahren eher selten erlebt, dass man sich parteiüber­greifend einig war.

Aber der Friedhof ist nicht die einzige Baustelle, die Thomas Fuchs momentan beschäftigt. «Es gibt viele Dinge, die man in Bern West besser oder anders machen kann.» Damit meint er zum Bei­spiel die Sammelstelle in der Statthalterstrasse. Aufgrund der aktuellen Beschilderung wird dort das Parken und Entsorgen erschwert. «Oder die Schulen. Das ist in Bümpliz ein ganz gro­sses Thema.»

Engagement ein Leben lang

Und wann hört das Engagement des Thomas Fuchs für seinen Stadtteil auf? «Wenn ich tot auf dem Friedhof Bümpliz liege», lacht er. Dennoch: Thomas Fuchs möchte seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern mitgeben, dass sie sich trauen sollen, sich zu en­gagieren: «Es lohnt sich!»

Dennie Rhiel, Bümpliz Woche

Beziehung Schweiz – EU: Nur ein Etappensieg

Endlich: Der Bundesrat hat erfreulicherweise die Verhandlungen zum Rahmenabkommen Schweiz-EU abgebrochen. Es ist auch bemerkenswert, wie in der öffentlichen Diskussion die Souveränitätsfrage in den letzten Monaten zu einem dominanten Thema wurde. Die Schlacht ist also gewonnen, aber der Krieg noch keinesfalls! Jetzt geht es nämlich erst richtig los. Linke und flammende EU-Befürworter versuchen nun auf dem juristischen Weg, den Bunderatsentscheid zu torpedieren mit dem Hinweis, es wäre gar nicht in der Kompetenz des Bundesrates gelegen, die Verhandlungen abzubrechen. Zudem planen EU-Freunde eine Volksinitiative, wissen aber noch nicht mit welchem Inhalt. Die Ziele reichen vom EWR-Beitritt, über die Aufnahme von neuen Rahmenvertragsverhandlungen bis hin zum EU-Beitritt. Die EU-Freund sind also aufgeschreckt, wie wenn der Fuchs in einen Hühnerstall eindringt.

Jedenfalls sind die institutionellen Souveränitätsfragen nach wie vor auf dem Tisch. Der Bundesrat hat den Vertrag aber aus anderen Gründen abgelehnt. Einen Antrag, für die Schweiz auf eine institutionelle Anbindung an die EU grundsätzlich zu verzichten, hat der Bundesrat in einer internen Abstimmung sogar ausdrücklich abgelehnt. Das bedeutet: EU-Rechtsübernahme, EU-Richter, EU-Sanktionen und EU-Guillotinen sind für eine Mehrheit der Regierung und die Parteien nach wie vor aktuell und eine mögliche Perspektive.

Gut gibt es im Gegenzug das EU-No-Komitee, die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz AUNS und natürlich die SVP, welche alle eine solche institutionelle Anbindung zwingend verhindern wollen, denn sie würde die Staats- und Erfolgssäulen der Schweiz zerstören: Unabhängigkeit, direkte Demokratie und die Eigenständigkeit der Kantone. Auch die bewährte Neutralität würde durch eine institutionelle EU-Anbindung beseitigt.

Wir müssen deshalb wachsam bleiben und die Entwicklungen genau beobachten. Es gibt bereits Anzeichen, dass sich die Mitte-Links-Parteien zusammen mit den Wirtschaftsverbänden und allenfalls mit den Gewerkschaften formieren und den Ausverkauf der direkten Demokratie der Schweiz schon bald unter anderem Namen und mit anderen Mittel erneut vorantreiben werden. So sind natürlich auch die wenig verbliebenden EU-Befürworter in den Startlöchern, die Schweiz direkt oder schleichend in die EU zu manövrieren. Zu guter Letzt wird auch die EU die Forderung der Rechtsvereinheitlichung und gerichtlichen Kontrolle wieder bringen. Es droht also die Gefahr, dass alter Wein in neuen Schläuchen aufbereitet wird. Es gilt, weiterhin die schweizerische Souveränität, die Volksrechte und unsere Staatssäulen zu verteidigen.

Es darf niemals eine automatische Rechtsübernahme, eine Unterstellung unter fremde Richter und auch keine fremden Guillotinen geben. Erst wenn die Regierung eine institutionelle Bindung ein für alle Mal zurückweist und in diesem Punkt unmissverständlich Klarheit schafft, ist der Krieg gewonnen. Bis es soweit ist, werden wir uns das Gejammer von grossen Zeitungskonzernen, Wirtschaftsgrössen und natürlich Erpressungsversuche seitens der EU über uns ergehen lassen. Wir werden die Kraft haben, dies zu ertragen.

Mit einer grossen Portion Schweizer Tradition und Heimat

Die Samaritervereinigung Bern publiziert die Schweizer Samariter-Atlanten zu den Themen «Kräuter & Gewürze» und «Kern- und Steinobst – im Herbst kommt noch neu ein Pilzatlas heraus. Leserinnen und Leser können damit Früchte und Pflanzen nicht nur theoretisch, sondern hautnah kennenlernen. Für Thomas Fuchs, Präsident der Samaritervereinigung Bern, ist diese ein Beitrag zu einem nahhaltigen Lebensstil.

Nachhaltigkeit, Biodiversität ist in aller Munde zurzeit. Wann macht Nachhaltigkeit Sinn?

Thomas Fuchs: Der Begriff «Nachhaltigkeit» wird im Moment leider viel zu häufig als inhaltloses Modewort verwendet. Das Proklamieren einer nachhaltigen Lebens- und Arbeitsweise gehört zum guten Ton. Ich versuche weniger symbolpolitisch, sondern anhand konkreter Fragenstellungen unserer Gesellschaft und auch meines ganz persönlichen Lebensalltags nachhaltig zu leben und zu konsumieren. Nachhaltigkeit macht immer Sinn, denn es geht ja darum vorhandene Ressourcen möglichst zielgerichtet einzusetzen und dabei auch ihre Wiedergewinnung und die ökologischen Konsequenzen zu berücksichtigen. Meine Überzeugung ist es, dass wir Menschen gut beraten sind, wenn wir uns an unseren ureigensten Platz in der Natur erinnern und uns mit unserem Verhalten als Teil des Ganzen sehen. Wie immer geht es aber auch bei der Nachhaltigkeitsfrage um ausgewogene Abwägung einzelner Massnahmen im Hinblick auf deren Wirkung und Nebenwirkung.

Die Samaritervereinigung Bern empfiehlt die Schweizer Samariter-Atlanten zu den Themen «Kräuter & Gewürze» und «Kern- und Steinobst». Was erwartet hier die Leser?

Im vergangenen Jahr haben wir die Serie unserer naturbezogenen Atlanten gestartet und daraufhin sehr positive Resonanz erhalten. In den beiden Werken und auch im nächsten Titel der Serie, dem Pilzatlas der Schweizer Samariter (erscheint im Herbst 2021), findet der Leser lexikarische Beschriebe der jeweiligen Pflanzenarten ebenso wie spannende Rezepte und Erlebnistipps. Mit einer grossen Portion Schweizer Tradition und Heimat wird der Leser so auf eine Entdeckungsreise eingeladen. Die Atlanten können jedoch auch als Nachschlagewerk zur Bestimmung zum Beispiel von Kräutern im heimischen Garten genutzt werden.

Wie beliebt sind die Bücher der Samaritervereinigung Bern, respektive, was schätzen die Leser am meisten?

Uns erreichen sehr positive und wertschätzende Rückmeldungen. Besonders die Kombination aus dem eher informativen lexikarischen Teil und den Rezepten wird von vielen Lesern sehr geschätzt. Sie erhalten so direkt die Möglichkeit, die Pflanzen und Früchte nicht nur theoretisch kennen zu lernen, sondern hautnah zu erleben. Das Wiederendecken und bewusste Erleben von Gerüchen und Geschmäckern ist ein besonderes Erlebnis, wenn man sich die Zeit nimmt und sich darauf einlässt. Einige Leserinnen und Leser haben uns auch von Erlebnissen berichtet, bei denen sie im Garten plötzlich Kräuter entdeckten, denen sie zuvor keine Beachtung geschenkt hatten. Für mich ist auch das ein Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil. Mit offenen Augen und einem geschärften Bewusstsein für die Natur durch die Welt zu gehen.

Wie steht es um den Nachwuchs der Samaritervereinigung Bern und warum lohnt es sich, hier mitzumachen?

Zuverlässigkeit, ehrenamtlicher Einsatz für Mitmenschen und gemeinnütziges Engagement sind Grundwerte der Schweizer Samariter. Eine lange Tradition, deren Erhalt für die Gesellschaft von hoher Bedeutung ist. Doch die Nachwuchsarbeit der Schweizer Samariter ist auch eine grosse Herausforderung. Wir versuchen mit unseren Angeboten auch junge Menschen zu motivieren, die wertvolle Ausbildung zum Samariter zu machen und so eine wichtige Aufgabe im Rettungswesen einzunehmen. Viele, die vielleicht von einem medizinischen Beruf träumen, diesen aber aus verschiedenen Gründen nicht erlernen können, ist nicht bewusst, dass wir Samariter häufig die erste Stufe der Rettungskette sind. Im Notfall ist häufig der Samariter als Ersthelfer vor Ort und für die entscheidende Erstversorgung und die Einleitung weiterer Rettungsmassnahmen verantwortlich. Nur dank der Unterstützung von Gönnerinnern und Gönnern sowie einer breiten Unterstützung aus der Bevölkerung, können wir die hohen Ausbildungskosten bewältigen, die für jeden einzelnen Samariter anfallen. Wir betrachten jeden einzelnen erfolgreich ausgebildeten Samariter als einen wertvollen und wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl unserer Gesellschaft.

Wie gestalten Sie das gemeinnützige Engagement und den ehrenamtlichen Einsatz für Mitmenschen modern?

Gemeinnütziges Engagement und ehrenamtlicher Einsatz ist nach meiner Überzeugung keine Frage von traditionell oder modern. Es sind traditionelle Grundwerte, die jedoch nur eine Bedeutung haben, wenn sie jeweils in der Moderne weitergelebt und gepflegt werden. Wir Samariter gehen in jeder Hinsicht mit der Zeit. Schon der medizinische und technische Fortschritt im Rettungswesen lässt keinen Stillstand zu. Wenn ich teilweise die Aussenwirkung der Samaritervereine betrachte, muss man jedoch eingestehen, dass teilweise ein etwas modernerer «Anstrich» unserer fortschrittlichen Arbeitsweise eher gerecht werden würde. Auch hier möchte ich junge Menschen motivieren sich einzubringen. Unsere Publikationen, wie zum Beispiel die Atlanten zeigen ja, dass auch traditionelle Inhalte in moderner Aufbereitung sehr positiv angenommen werden.

Interview: Corinne Remund, Berner Nachrichten

Infos und Bestellung: Die Atlanten können auf der Shop-Seite der Berner Samaritervereinigung oder direkt bei Thomas Fuchs unter 079 302 10 09 bestellt werden. Käufer und Empfänger der beiden ersten Ausgaben erhalten automatisch ein Exemplar des Pilzatlas im Herbst zugesendet.

Lasst euch nicht täuschen!

Der Frontalangriff auf die Landwirtschaft ist lanciert. Die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» hat mit Trinkwasser aber nichts zu tun. Der Titel tönt gut und ist wohl von einer Werbeagentur ausgewählt worden. Genauso perfid ist das doppelte Lottchen namens «Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Ach wie schön wäre doch die Welt, wenn niemand chemisch-synthetische oder natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen müsste oder Futter für Tiere zukaufen müsste. Wie schön wäre es, wenn die ganze Welt genug zu Essen und zu trinken hätte und die Leute auf dem Märit auch Obst kaufen würde, das kleine Makel hat. Die Initianten haben wohl vergessen, dass unser Trinkwasser von hoher Qualität ist und kaum ein Land auf der Welt diesen Luxus kennt.

Obwohl die Bauernfamilien viele vorbeugende Massnahmen treffen, können sie nicht immer verhindern, dass Krankheiten oder Schädlinge ihre Obstanlagen, Gemüsefelder, Rebstöcke oder andere Kulturen befallen und damit die Ernte bedrohen. Soll man diese künftig gesundbeten oder den Schädlingen einfach gut zureden?

Hühner und Schweine sind keine Grasfresser, sondern wie wir Menschen Allesfresser. Sie ernähren sich von Getreide und anderen Ackerkulturen. Nicht jeder Betrieb verfügt über ausreichend oder überhaupt ackerfähige Fläche. Vor allem jene im Hügel- und Berggebiet nicht. Linke und Grasgrüne wollen diesen Betrieben nun die Direktzahlungen mit der Trinkwasserinitiative verweigern. Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten sollen also nur noch Bioprodukte pflanzlicher Herkunft kaufen und die Kosten für das Essen würden sich folglich stark erhöhen. Betroffen wäre einmal mehr der Mittelstand.

Zehntausende von Arbeitsplätzen sind in Gefahr, auch in Käsereien, Metzgereien, Mühlen, Mostereien, Landmaschinenfirmen, Handels- und Verarbeitungsbetriebe. Dazu kämen zahlreiche indirekt Betroffene wie lokale Bauunternehmen. Sollen Schweizer Eier, Schweinefleisch oder Poulet zu Luxusprodukten werden?

Die gleiche, wenn nicht gar noch grössere Mogelpackung ist die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Sie will den Einsatz von synthetischen Pestiziden in der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft gesamthaft verbieten. Die Händler dürften auch nur noch Lebensmittel importieren, die ohne synthetische Pestizide produziert worden sind. Die Importauflage wäre eine klare Verletzung der WTO-Verpflichtungen der Schweiz. Heute verarbeitet die Schweiz viel Kakao und Kaffee. Um den Bedarf der Industrie bei der Annahme der Initiative zu decken, würden 21 Prozent der weltweiten Bio-Kaffeeproduktion und 50 Prozent der weltweiten Bio-Kakaoproduktion benötigt. Die Importauflagen zwingen die Lebensmittelhersteller dazu, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Die zusätzlichen staatlichen Anforderungen erhöhen die Lebensmittelpreise und machen die Schweiz noch mehr zur Hochpreisinsel. Da die Auflagen nur für die Schweiz gelten und die Preise einseitig steigen, wird der Einkaufstourismus gefördert. Darunter leidet die Schweizer Wirtschaft.

Fazit: Gut gemeint, aber schlecht gemacht. Darum sage ich am 13. Juni 2021 klar NEIN zu diesen existenzbedrohenden und unfairen Initiativen und hoffe Sie tun dies auch – Der Schweiz zuliebe!

Klare Absage an Grossbern-Anschluss

Die Grossmachtsträume von Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried sind geplatzt: Kehrsatz und Frauenkappelen sagen in einer Urnenabstimmung klar Nein zum Projekt «Kooperation Bern».

In Bern und Ostermundigen sprachen sich Ende 2020 die beiden rot-grün dominierten Parlamente sehr deutlich für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen im Rahmen des Projekts «Kooperation Bern» aus. Als Grundlage diente eine Machbarkeitsstudie, an der sich die sechs Gemeinden Bern, Bolligen, Bremgarten, Kehrsatz, Frauenkappelen und Ostermundigen beteiligten sollten. Bremgarten und Bolligen sind inzwischen ausgestiegen. In Kehrsatz und Frauenkappelen entschieden die Stimmberechtigten nun, ob sie weiter mitmachen und ebenfalls in Fusionsverhandlungen einsteigen sollen.

Ironischerweise hat die Projektleitung alle Gemeinden der Kernregion zeitgleich nochmals eingeladen, sich dem Grossprojekt anzuschliessen. Damit der ehrgeizige Projektfahrplan eingehalten werden kann, laufen bereits auch die Vorarbeiten für die nächste Phase. Dabei werden Zeitpläne erstellt, Organisationsformen diskutiert und Arbeitsprogramme skizziert. Die ganze Vorbereitungsphase erinnert an ein ambitiöses Sandkastenspiel, wie man es früher von Generalstabsübungen kannte.

Ende 2022 sollen dann der Fusionsvertrag und das Reglement vorliegen, damit im Juni 2023 die Frage eines Zusammenschlusses in den betroffenen Gemeinden zur Abstimmung gebracht werden kann. Sofern die Fusion im Juni 2023 angenommen wird, erfolgt die Umsetzung auf den 1. Januar 2025.

Kehrsatz sagt Nein
Als erste der beiden noch unentschiedenen Gemeinden beschloss am 7. März 2021 Kehrsatz über die Aufnahme von Fusionsverhandlungen. Der Gemeinderat empfahl ein Nein. Es fehle im Projekt weitere Vorortsgemeinden, argumentiert er in seiner Botschaft. Ebenso führt der Gemeinderat einen möglichen Verlust an Autonomie und Bürgernähe und die aktuell angespannte Finanzlage ins Feld. Die beiden bürgerlichen Parteien FDP und SVP teilen diese Haltung, SP und Grüne setzen sich für Fusionsverhandlungen ein.

Frauenkappelen ebenfalls
Auch in Frauenkappelen, wo die Abstimmung eine Woche später stattfand, sprach sich der Gemeinderat für ein Nein aus. Noch könne die Gemeinde ihre öffentlichen Ämter besetzten, die Finanzlage sei nicht rosig, aber auch nicht beängstigend, zudem habe die Gemeinde funktionierende Zusammenarbeiten mit Nachbargemeinden. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung hätten gezeigt, dass Frauenkappelen nicht reif sei für solche Verhandlungen. Während die SVP diese Haltung unterstützt, setzen sich die SP und die FDP für ein Ja ein.

Verhärtete Fronten…
In beiden Gemeinden hatte sich im Hinblick auf die Abstimmung eine lebhafte öffentliche Debatte entwickelt. Es geht dabei auch um die Frage, ob Kehrsatz und Frauenkappelen eher dörflich bleiben oder Teil der Stadt werden wollen. Befürworterinnen und Befürworter machen unter anderem geltend, dass eine Fusion sich positiv auf die Qualität der Dienstleistungen auswirken würde und finanzielle Vorteile brächte. Ausserdem sei die Stadt für viele schon heute der Lebensmittelpunkt.

… in Kehrsatz
Auf der anderen Seite stellte der Kehrsatzer SVP-Parteipräsident Hans Rudolf Mühlemann fest: «Wenn es zu einer Fusion mit der Stadt Bern kommt, verlieren die bürgerlichen Parteien von Kehrsatz ihren politischen Einfluss. Kehrsatz hätte gerade mal zwei oder drei Sitze im Stadtrat. So rot-grün wie Bern tickt, hätten die SVP- und FDP-Politiker aus unserem Dorf kaum mehr Chancen auf einen Sitz. Was uns auch Sorgen macht, ist die rot-grüne Verkehrspolitik der Stadt. Mit einer Fusion würden die Parkplatzbewirtschaftung und andere Rezepte auf Kehrsatz ausgedehnt. Als Turnvereinsleiter habe ich zudem Angst um unser Vereinswesen, das von der Nähe lebt und von unbürokratischer Unterstützung der Gemeinde. Eine Fusion mit der Stadt Bern kann schon wegen dem Grössenunterschied nicht gut gehen. Kehrsatz würde einfach geschluckt.» Hinzu kommt, dass Kehrsatz keinen einzigen Meter gemeinsame Gemeindegrenzen hat.

Unterstützung erhielt er von Michael Jost, Präsident FDP: «Mit dem Rückzug von Bolligen und Bremgarten aus dem Fusionsabklärungsprojekt hat sich für uns die Ausgangslage geändert: Kehrsatz würde als einzige «kleine» Gemeinde am Verhandlungstisch mit der Stadt Bern und Ostermundigen sitzen, eventuell gesellt sich noch Frauenkappelen dazu. Da ist die Gefahr gross, dass wir von den beiden Schwergewichten dominiert werden. Dazu kommt die angespannte Finanzlage von Kehrsatz. Die Fusionsverhandlungen würden uns 190’000 Franken kosten, Geld das wir dringend für andere Projekte brauchen. Die FDP Kehrsatz ist offen für Kooperationen und verschliesst sich dem Thema Fusion nicht grundsätzlich. Jetzt ist aber nicht der richtige Zeitpunkt für Verhandlungen.»

… und auch in Frauenkappelen
Auch in Frauenkappelen positionierte sich SVP-Präsident Fritz Blaser, klar gegen die ambitionierten Fusionspläne: «Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Frauenkappelen verlieren bei einem Zusammenschluss einen grossen Teil ihrer Souveränität. Frauenkappelen würde zu einem Aussenquartier der Stadt Bern. Mitbestimmung wäre nur noch als Quartierverein möglich. Frauenkappelen will noch selber über seine Schulen, über die Raumplanung und die Versorgung und Entsorgungen bestimmen. Mit der Politik der Stadt Bern sind wir nicht einverstanden. Die Finanzlage der Stadt Bern verschlechterte sich in den letzten vier Jahren so stark, dass die finanziellen Konsequenzen bei einem Zusammenschluss heute unklar sind.»

Nun ist klar: Der Traum von Grossbern ist für die nächsten Jahre weitgehendst geplatzt. Von der möglichen Fusion der Stadt mit fünf umliegenden Gemeinden bleibt einzig die Fusion mit Ostermundigen übrig. Nach Bolligen und Bremgarten haben sich nun auch Kehrsatz und Frauenkappelen zurückgezogen. Bern und Ostermundigen wollen nun in den nächsten beiden Jahren einen Vertrag aushandeln, der detailliert regeln wird, wie das Zusammenleben nach der Heirat funktionieren soll. Darüber wird die Stimmbevölkerung von Bern und Ostermundigen im Juni 2023 befinden. Es ist gut denkbar, dass auch die Ostermundiger diese unnötige und kostspielige Restfusion an der Urnenabstimmung ablehnen wollen, das Desaster wäre dann vollendet und einmal mehr bliebe dem rot-grünen Bern nur das Motto «ausser Spesen nichts gewesen».

Der Friedhof Bümpliz muss bleiben

Enttäuscht und empört zeigen sich die Bümplizer über die ge-plante Schliessung ihres Friedhofs. Sie wollen das nicht einfach hinnehmen und beziehen Stellung.

Monika Kammermann, Sekretariatsleiterin Verband der Krankenmobilienmagazine der Stadt Bern, Bümpliz: Der Friedhof Bümpliz ist ein Ort, wo die Seele und der Geist unserer Liebsten ruhen, ein Ort des schwe-ren Abschiednehmens, der tiefen Trauer, ein Ort an dem das Leben jedes Einzelnen für einen Moment still bleibt. Diesen Ort der Besinnung und der Erinnerung aus finanziellen Überlegungen aufzuheben, ist kultur- und pietätlos.

Thomas Fuchs, Stadtrat und Präsident SVP Bümpliz: Wer in Bümpliz aufgewachsen ist, soll auch hier beerdigt werden können. Ich wünsche mir vom Berner Gemeinderat mehr Fingerspitzengefühl und endlich einmal Rücksichtnahme auf Bümplizer Anliegen! Was will man mit der Schliessung des Friedhofs Bümpliz eigentlich genau einsparen? Auch als Park müssten die Grünflächen unterhalten werden. Lassen wir die Toten ruhen und bewahren wir die Würde der Bümplizer Bevölkerung!

Janosch Weyermann, Stadtrat und Präsident Junge SVP Stadt Bern: Der Friedhof Bümpliz ist wunderschön gestaltet und dient nicht nur dem Andenken an Verstorbene, sondern auch als Ort der Erholung. Jede Stadt wäre dankbar für einen Ruhepol an solch zentraler Lage!Viele Menschen haben ihre Ange-hörigen auf dem Friedhof Bümpliz beerdigt. Gerade für ältere Leute ist es ein grosser Trost, ihre verstorbenen Geschwister oder Ehepartner nahe zu wissen.

Erich Hess, Nationalrat und Stadtrat, SVP, Bern: Seit Jahren lebt die rotgrüne Stadt über ihre Verhältnisse und bläht die Verwaltung auf. Nun will der linke Gemeinderat über Leichen gehen und bei einem Friedhof sparen. Erst kürzlich feierte man das 100-Jahr-Jubiläum der Vereinigung von Bern und Bümpliz. Nun will die Stadt den Bümplizern ihren Friedhof wegnehmen. Dies ist inakzeptabel!